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Barbara Eufinger mit dem Silbernen Schuh ausgezeichnet

Im Rahmen der diesjährigen Solinger Demokratiekonferenz wurde unsere zweite Vorsitzende Barbara Eufinger mit dem „Silbernen Schuh“ ausgezeichnet, einem Preis für mutiges Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Er wurde 2004 vom Solinger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich vergeben.

Tim Kurzbach und Barbara Eufinger, Foto: Daniela Tobias

Oberbürgermeister Tim Kurzbach in seiner Laudatio:

„Barbara Eufinger setzt sich seit vielen, vielen Jahren ehrenamtlich für Menschen ein, die Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren und/oder soziale oder humanitäre Hilfe benötigen. Sei es durch den von ihr 1991 mit gegründeten Verein Pro Ost, für die Opfer von Tschernobyl, durch die Unterstützung von Frauen in ihrer rechtlichen, sozialen und beruflichen Stellung beim Service-Club der Soroptimistinnen, im Internationalen Frauenzentrum (IFZ), im Verein „Solingen hilft e.V.“, usw., usw. Ich könnte die Liste noch lange fortführen. Barbara Eufinger möchte bedürftigen Menschen Verantwortung nicht abnehmen, sondern sie stark dafür machen, die Herausforderungen des Lebens selbst zu meistern. Bildung ist für sie der Schlüssel bei diesem Ziel.“

Barbara Eufinger appellierte in ihrer Dankesrede:

„Wir müssen unsere Anstrengungen für den Zusammenhalt unserer demokratischen Gesellschaft verstärken. Für mich ist es unerträglich, wie die EU immer höhere Mauern aufbaut und den Tod von Menschen im Mittelmeer nicht nur hinnimmt, sondern mit Pushbacks aktiv herbeiführt. Es ist unerträglich, dass anerkannte Geflüchtete darunter Hochschwangere, Senior:innen und Kinder ohne jede Hilfe auf den Straßen von Athen allein gelassen werden. Menschen auf Lesbos in überfüllten Lagern keine medizinische Hilfe erhalten.

Für mich ist es unerträglich, wenn Parteien des demokratischen Spektrums in rechtsradikalen, menschenverachtenden Jargon verfallen. Abfällige, ausländerfeindliche und antisemitische Sprüche dürfen nicht normal werden. Deshalb müssen wir dagegenhalten. Ich möchte euch eine Idee vorstellen, die mir meine Freundin Sabine Lange, die afrikanische Frauen unterstützt, ans Herz gelegt hat: UBUNTU.

Ubuntu wird im südlichen Afrika praktiziert. Diese Lebensphilosophie bedeutet in etwa: Menschlichkeit, Nächstenliebe, Gemeinsinn und das Bewusstsein, dass wir Teil eines Ganzen sind. Dazu gehört wechselseitiger Respekt, Menschenwürde und das Bestreben nach einer harmonischen, friedlichen Gesellschaft. Ubuntu kennt keine Hautfarbe und lässt Menschen wachsen.

Worauf will ich hinaus? Auf das universelle Band des Teilens. Wir sind eng verbunden mit unserer Gemeinschaft. Und wenn es anderen schlecht geht, sie unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, dann geht uns das alle an. Wir sind füreinander verantwortlich.

Deshalb frage ich Sie: Was sind Sie bereit, beizutragen? Was wollen und können Sie tun, für eine Gemeinschaft auf Augenhöhe?

Die Frage geht auch an die Verantwortlichen, die in unseren Behörden und im Rathaus sitzen und an die Poltiker:innen. Was können Sie tun, damit alle Menschen würdevoll behandelt werden und z.B. einen niedrigschwelligen, zügigen Zugang zu Hilfe erhalten, auch wenn Sie Schwierigkeiten mit Online-Anmeldungen oder der Sprache haben. Dazu gehört für mich ein offenes Rathaus und offene Sprechstunden in Ämtern.

Fragen Sie sich selbst: Wo sind meine Potentiale? Kann ich einem Schulkind beim Lesen oder den Hausaufgaben helfen? Kann ich spenden, damit Menschen in Flüchtlingslagern Essen und Medikamente bekommen? Kann ich einsame, kranke, alte oder neu zugewanderte Menschen ansprechen, ob sie Hilfe brauchen? Eine alleinerziehende Mutter mal für zwei Stunden entlasten? Habe ich ein Lächeln für andere? Stehe ich ein für diejenigen, die angefeindet werden? Steh ich auf für Respekt und Demokratie?

Ihr Beitrag macht den Unterschied! Bitte tragen Sie dazu bei, Sie sind Teil des Ganzen. Und ich versichere Ihnen, es ist ein gutes Gefühl, wirksame Hilfe zu leisten.

Wir brauchen einander – Wir brauchen den Einsatz aller, um unsere Gesellschaft in diesen schwierigen Zeiten zusammenzuhalten und unsere Demokratie zu schützen!“

Barbara Eufinger, Foto: Daniela Tobias