Projekt Moria

Projekt-News zu „Moria“

Medikamente und Sauerstoffgeräte hat Dr. Christoph Zenses (links) in einer Apotheke auf Lesbos gekauft. Foto: Zenses

2019 sind fast 60.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflüchtet. Mehr als 1.000 haben ihre Flucht nicht überlebt und sind vor den Küsten ertrunken. Die es geschafft haben, leben in überfüllten Flüchtlingscamps wie in Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Dieses ist für 3.000 Menschen ausgerichtet, inzwischen sind dort aber über 16.000 Männer, Frauen und Kinder untergebracht. Davon sind 40% Kinder unter 18 Jahren, bedingt durch ganze Familien, die geflüchtet sind.

Dr. Christoph Zenses ist regelmäßig ehrenamtlich dort und betreut die Menschen medizinisch. Täglich werden über 100 Patienten behandelt. Es fehlt an allem: EKG und ein Ultraschall-Gerät sind gerade durch uns angeschafft, Medikamente und Verbrauchsmaterial wie Verbände sind jedoch Mangelware. Hier haben wir mit großen Summen in den letzten zwei Jahren tausenden von Patienten geholfen.

Die Menschen in Camp Moria leiden an den Folgen ihrer Flucht wie Gewalt, Folter und Vergewaltigungen sowie an Krankheiten, die auf die Lebensumstände im überfüllten Camp zurückzuführen sind. Hinzu kommt seit Frühjahr 2020 die Furcht vor einem möglichen Corona-Ausbruch.

Dr. Christoph Zenses brachte im Oktober 2019 Medikamente nach Moria.

Die persönlichen Eindrücke von Dr. Christoph Zenses Anfang 2018 machten klar: Hier müssen, hier wollen, hier können die Solinger helfen. Das Projekt „Solingen hilft Moria“ war geboren. Solingen hilft auf vielen Ebenen:

  • mit der Finanzierung von dringend benötigten medizinischem Equipment
  • durch die Unterstützung von Freiwilligen, die im Camp Moria ehrenamtlich arbeiten wollen
  • durch die Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse im Camp Moria
  • durch den Zukauf von Heizungen und Decken
  • durch die Finanzierung von Kleidertransporten in das große Kleiderlager auf Lesbos

Mit Ärzten aus dem Solinger Ärztenetzwerk solimed, den Spenden der Kleiderkammer der katholischen Gemeinde St. Sebastian, dem Erlös aus verschiedenen Konzerten, immer mehr privaten Unterstützern und Unternehmen ist der Grundstein für die Hilfe gelegt. Dennoch braucht „Solingen hilft“ Ihre Unterstützung, um die medizinische Versorgung der Menschen im Camp Moria aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern.

Im Juli 2020 war Dr. Zenses zum fünften Mal in Kooperation mit der NGO Kitrinos Healthcare auf Lesbos im Einsatz und brachte unsere Hilfe aus Solingen mit. Inzwischen erreichen den Verein Spenden aus ganz Deutschland und „Solingen hilft“ zählt zu den größten Spendern in Moria. Mit dem Geld werden nicht nur Medikamente, sondern auch ein Programm für frisches Trinkwasser finanziert. Auch der Wiederaufbau der Campschule wird unterstützt, nachdem die alte abgebrannt war.

Fotos: Dr. Christoph Zenses.

Fotos: Till Gläser, Medical Volunteers International